Montag, 19. Januar 2015

Es muss kein Kamel durch das Nadelöhr ...

.... sondern nur ein bisschen Garn :-).

Über Nähgarn im Allgemeinen und die Stärke des Nähgarns im Besonderen haben wir uns ja bereits hier schon unterhalten. Erinnert ihr euch noch?

Heute betrachten wir mal, wie man die richtige Nadelstärke für das jeweilige Nähgarn bzw. für den jeweiligen Stoff findet.



Das Nähnadelsystem

Es gibt zwei Systeme bei den Maschinennadeln. Die Flachkolben und die Rundkolben.  Wobei die Rundkolben heute aus einem veraltetem System stammen und nicht mehr gebräuchlich sind. Welche ihr braucht, steht in der Bedienungsanleitung eurer Maschine.

Habt ihr die nicht mehr zur Hand, könnt ihr auch die eingesetzte Nadel herausnehmen. Dann ist es auch leicht zu erkennen. Rundkolben sind ganz rund und Flachkolben sind an der Rückseite abgeflacht.


Die Buchstaben- und Farbcodes

Das H steht für Hohlkehle. Wenn dem H kein weiterer Buchstabe folgt, handelt es sich um eine
Universalnadel – z.Bsp. für Leinen, Popeline, Fischgrat, Halbleinen, Kunstseide, Baumwolle.
Weitere Buchstaben stehen für folgende Verwendungszwecke:

rot        – H E –           Embroidery – für Stickarbeiten
blau     – H J –            Jeans – für Jeans, Cord, Wachstuch, Kunstleder, Folie
violett  –H M –           Microtex – für Seide, Chiffon, Organza
grün    – H Q –           Quilten – für Stepparbeiten, Knopflöcher
gelb     – H S –            Stretch – für Jersey, Interlock, Trikot, feine Strick- und Wirkstoffe
braun – H LL –          Leder – für alle Lederarten

Auf vielen Nadelpackungen steht mittlerweile auch der Verwendungszweck drauf. Einzelne Nadeln, lassen sich anhand der Übersicht jetzt wieder zu ordnen.


Die Nadelstärken

Grundsätzlich gilt, je feiner das Gewebe um so niedriger die Nadelstärke. Die Nadeln werden auch in Nm (Nummer metrisch) angegeben. Die metrische Nummer wird in 1/100 wiedergegeben. Es gibt 2 Größenstandards, US und EU. Bei den aufgedruckten Größenangaben steht zuerst die EU, dann die US Angabe z.B. 70/10 oder 90/14.

NM 70 heißt also, die Nadel ist 0,7 mm dick. Nm 120 logischerweiße dann 1,2 mm. Je dicker die Nadel umso größer auch das Loch im Stoff. Große Löcher sind bei feinen Stoffen natürlich nicht wünschenswert.


Anhand der folgenden Liste könnte ihr nun die Nadeln selbstständig zu ordnen.

Universalnadeln:
  • Chiffon, Georgette, Organza – Stärke 60, 70
  • Batist, Kunstseide – Stärke 70
  • Blusen, Halbleinen, Hemden, Kleider, Miederstoffe, Popeline – Stärke 70, 80
  • Anzüge, Inlett, Leinen – Stärke 80, 90
  • Tischwäsche – Stärke 90, 100
  • Mantelstoffe – Stärke 90, 100, 110
Jeansnadeln:
  • Plastikfolie, Wachstuch – Stärke 90
  • Bettwäsche, Kunstleder, Segeltuch – Stärke 90, 100
  • Cord, Denim, Köper – Stärke 90, 100, 110
  • Arbeitskleidung – Stärke 100, 110

Microtexnadeln:
  • Microfasergewebe – Stärke 60, 70, 80, 90
  • Seide – Stärke 70

Stretch- oder Jerseynadeln:
  • Feinjersey, Single Jersey – Stärke 75
  • Jersey, Seidenjersey – Stäke 75, 90
  • Dorlastan, Lycra – Stärke 90

Ledernadeln:
  • Kunstleder, Leder – Stärke 80, 90
  • dickes Leder, hartes Kunstleder – Stärke 100, 110

Zwillingsnadeln:
  • für dehnbare Stoffe, um eine dehnbare Covernaht zu erhalten.


Die Nadelspitze

Normalerweise ist eine Nadel vorne spitz, aber nicht so bei Jerseynadeln. Jerseynadeln sind rund und verletzten deshalb das Gewebe nicht, sonder spreizen lediglich die Webfäden.

So! Nun sind wir wohl alle gut gerüstet, um bei dem nächsten Projekt die perfekte Naht zu erstellen und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Euch nun viel Spaß beim Nähen. Ich werde mich jetzt gemütlich auf die Couch verziehen und dabei stricken ;-).

Kommentare:

  1. Liebe Angie,
    vielen Dank für die interessanten Hinweise rund um die Nadel.
    Viel Spaß beim Stricken !
    Ich stricke mir gleich den zweiten Pulswärmer, habe immer kalte Hände.
    Hast du das Kleid schon fertig ?
    Liebe Grüße
    Käthe

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    1. Liebe Käthe,
      das Kleid! ... so einfach es auch zu nähen wäre ... um so größer sind die Probleme die richtige Größe ausfindig zu machen. Gestern habe ich noch einige Blogs besucht und hier über etliche Probleme gelesen, die das Schnittmuster noch bereit hält. Das muss ich erst mal aufarbeiten und dann für euch zusammenfassen.
      Lieben Gruß
      Angie

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  2. Liebe Angie,
    ein sehr interessanter Beitrag, ich muss gestehen ich nehme immer gerade die Nadel die mir in die Hand fällt

    Liebe Grüße
    Armida

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    1. Liebe Armida,
      genau so habe ich es bisher auch immer gemacht. Aber das wird sich jetzt ändern :-)
      Lieben Gruß
      Angie

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  3. Liebe Angie,
    danke dir für die Mühe, daß du die Nadelstärken und Verwendungen so schön und übersichtlich zusammen gefasst hast. Da kann man nun immer bei dir nachgucken, wenn man nicht mehr weiß wozu welche Nadel ist. KLASSE!!

    Liebe Grüße
    Gusta

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    1. Liebe Gusta,
      dieses Zusammenschreiben hat auch für mich den Vorteil, dass ich es mir besser merken kann. Vor allen Dingen erkenne ich jetzt endlich die Logik hinter den Nadeln und kann es mir so immer wieder selber ableiten :o)
      Lieben Gruß
      Angie

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  4. Liebe Angie,
    Deine Informationen sind selbst für Nichtnäherinnen wie mich sehr interessant. Danke für die Übersicht. Vielleicht mache ich davon keinen Gebrauch sondern meine Tochter, die auch fit auf der Nähmaschine ist.
    Liebe Grüße und viel Spaß beim Stricken!
    Anneli

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    1. Liebe Anneli,
      Du hast ja für Deine Tochter so schöne Sachen gestrickt, vielleicht näht sie Dir ja mal was schönes z. B. eine Tasche ;-)
      Lieben Gruß
      Angie

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  5. Hallo liebe Angie
    Es ist immer sehr interessant was du schreibst. Ich selbst habe mich damit nicht richtig beschäftigt. Jetzt braucht man nur auf deinen blog zu schauen. Das ist super klasse.
    Lg Sandra

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    1. Liebe Sandra,
      so inspirieren wir uns gegenseitig. Jeder zeigt seine Werke oder teilt seine Gedanken und damit werden wir ein großes Ganzes.
      Lieben Gruß
      Angie

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